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Zweite Herren | 27. April 2020

Was wäre wenn

Nach nunmehr drei torlosen Unentschieden in Folge erwartete uns mit dem Geisterspiel gegen Hessisch-Oldendorf eine gewohnt unangenehme Aufgabe. Während beim Gastverein Nils Grote (verletzt), Oliver Waltemathe (privat behindert) und Jan-Philipp Böhlke (gesperrt) fehlten [1], mussten wir ohne Ali (beruflich verhindert), Karate (Skypen mit Familie), Rikkert (50. Geburtstag vom Onkel des Paketlieferanten der Physio der Freundin), Goetzie (Finger), Wilson (Maske nähen), Peppi (Weihnachtsfeier), Till (Turnen) und Todzy (nicht in Hannover) antreten und so begann auch dieses Spiel bei null.
Das Trainerfuchsgespann Beyer-Boldt bewies zum Start ein glückliches Händchen und ließ mit einer 4:2-Abwehrformation beginnen um die Abstandsregeln einzuhalten. Damit überraschte man den Gegner so sehr, dass dieser es für eine 3:3-Deckung hielt [2]. Überraschter waren wahrscheinlich nur teilweise wir selber ob der Tatsache, dass diese Deckungsvariante so gut funktionierte. Dank einer brillanten Defensive mit vielen Ballgewinnen konnten in den ersten 20 Minuten ein 0:0 halten. Zum Vergleich: in den ersten 20 Minuten mussten unsere Keeper im bisherigen Saisonverlauf regelmäßig bereits häufig über einmal hinter sich greifen. In der Folge leistete man sich jedoch offensiv weiter einige Fehler, ließ den allerletzten Biss vermissen und so ging es mit 0:0 zum Pausentee.
Nach der Halbzeit blieb HO wie Phönix in der Asche liegen, schaltete beim Stande von 0:0 keinen Gang hoch und versäumte mit einem 0-Torelauf in Führung zu gehen. In dieser dezent zerfahrenen Phase verloren wir neben der Führung durch rote Karten auch gleich zwei Rückraumspieler und konnten nur dank der spontanen Nachnominierungen ohne größere Experimente den Rückraum bestücken. Weitere Zeitstrafen zwangen uns zwischenzeitlich mit der sogenannten 3:0-Deckung auf einen weiteren Exoten unter den Abwehrformationen zurückzugreifen. Von einem Spielstand von 3:0 konnten die Zuschauer zu diesem Zeitpunkt jedoch nur träumen.
Es folgte kein offener Schlagabtausch und wir konnten nach jedem torlosen Angriff des Gegners selber nicht das Runde ins Eckige bugsieren. Allgemeine Uneinigkeit herrscht jedoch weiterhin über die Frage, ob der im Fluchen über die nächste vergebene Chance gen vinnhorster Bank gerichtete Ausruf des Wortes "Lutscher" auf die Abwesenheit von Torsten Frings auf der Heimbank zurückzuführen ist oder ob einer der Trainer heimlich einen chupa chups unter seiner Maske verköstigte.
Unbeeindruckt waren wir es, die in den letzten fünf Minuten mehrfach und auch als letzte Mannschaft in dieser Begegnung einen Angriff torlos abschlossen. Als die Schiedsrichter zehn Sekunden vor Schluss nach einem Foul im laufenden Spiel im Halbfeld vor der vinnhorster Auswechselzone zwar berechtigt auf Zeitstrafe aber fälschlicherweise auf Siebenmeter entschieden [3], begann nochmal das große Zittern. Doch Taler kam, ließ mit zuvor 0 von 0 kassierten Siebenmetern schnuppern und hielt. Mit dieser geschlossenen Team-Leistung konnten wir erneut zeigen, dass die Defense der Star ist.
Nun heißt es bei den verbleibenden Top-Events – dem Heimspiel am Sonntag um 15h gegen die Reserve aus Lehrte und dem Tanz in den Mai – nochmal die PS auf die Straße zu bringen und ohne Gegentore die laufende Saison zu beenden. Man verbleibt mit einem freundlichen „Kopf hoch, wahrscheinlich nicht bis Mittwoch“.

[1] www.awesa.de/handball/landesliga/63/33561.htm
[2] www.awesa.de/handball/landesliga/63/33574.htm
[3] Internationale Handballregeln (Stand  1. Juli 2016)