© TuS Vinnhorst Handball

Erste Herren | 23. Oktober 2019

Zweites Derby, zweiter Sieg

Was für ein Herzschlagfinale in der Wendlandhalle. 59 Minuten rennt der TuS dem Gegner und einem Rückstand hinterher und trifft 10 Sekunden vor Schluss zum 28:27 (10:13) Sieg, in einem packenden Derby gegen die Dataliners aus Burgwedel.

Dabei deuteten die Vorzeichen eine komplett andere Partie an. Vinnhorst nach der ersten Niederlage auf Platz drei, während für die Gäste auf dem vorletzten Platz die Luft langsam dünner wird. Da wäre alles andere als ein klarer Sieg für die Rot-Blauen schon eine Überraschung. Aber es sollte anders kommen. Von Beginn an hatten die Hausherren große Probleme mit der offensiven Deckungsvariante der Gäste. Die nahmen die Achse aus Tim Otto und Florian Freitag über die gesamte Spieldauer in enge Manndeckung. Der TuS wurde von dieser Maßnahme überrascht und fand nicht immer die richtige Lösung den so entstandenen Platz zu nutzen. Und wenn doch fanden die vinnhorster Schützen häufig ihren Meister im hervorragend aufgelegten Gästekeeper Mustafa Wendland. Doch auch sein Konterpart im vinnhorster Kasten, Colin Räbiger konnte sich mehrfach auszeichnen und hielt seine Farben im Spiel. Mit 10:13 ging es zur Pause in die Kabinen.

Zu Beginn des zweiten Durchgang sah es zunächst so aus, als ob sich der TuS jetzt freistrampeln könnte. Milan Mazic erzielte in der 37. Spielminute den 14:14 Ausgleich. Doch trotz einer Zweiminutenstrafe für Spielertrainer Marius Kastening setzten sich die Dataliners wieder auf 15:18 ab (42.). Diesen Vorsprung verteidigten die Gäste lange. Aber Vinnhorst kann auch kämpfen und blieb immer weiter in Schlagdistanz. In den letzten fünf Minuten übernahm dann einer das Zepter, der die gesamte Zeit zuvor seinen Gegenspieler kaum abschütteln konnte. Tim Otto wurde die Sache wohl zu bunt und schaltete einen Gang hoch. Während in der Abwehr Routinier Tim Kirchmann ins Spiel kam um Beton anzurühren, erzielte der Shooter des TuS binnen kurzer Zeit vier herausragende Buden, darunter ein schöner Kempa-Trick zum Ausgleich. Dafür musste man sich jetzt nur noch belohnen.  

Beim Spielstand 27:27 nahmen die Gäste mit etwas mehr als einer Minute zu spielen die letzte Auszeit. Rückraum-Riese Nenad Bilbija zog einen Schlagwurf aufs kurze Eck, wo Colin Räbiger bereits lauerte. Nochmal ein Angriff für den TuS und die Chance auf den Sieg. Dabei galt es auch die Uhr im Blick zu behalten, um den Gästen nicht zu viel Zeit zum Antworten zu lassen. Schließlich war es David Sauß, der sich 10 Sekunden vor Schluss ein Herz fasste und den Ball tatsächlich zum 28:27 in die Maschen wuchtete. Doch noch waren ein paar Sekunden Zeit für die Gäste noch einen Wurf aufs Tor zu bringen. Spielertrainer Marius Kastening übernahm die Verantwortung aber sein Wurf kam trotz Überzahl nur aus großer Distanz und so war wieder Räbiger zur Stelle und hielt den Sieg für seine Farben fest.  

Nach dem Spiel konnten die Emotionen nicht unterschiedlicher sein. Während die Gäste nach einer über weite Strecken famosen Leistung fassungslos die Köpfe hängen ließen, feierten die Vinnhorster ausgelassen den am Ende verdienten Last-minute-Sieg, weil man sich das gesamte Spiel über nicht hat abschütteln lassen. Ein Sieg, der aufgrund der Niederlage von Empor Rostock in Hildesheim den alleinigen zweiten Platz bedeutet. Diesen gilt es nun beim HG Hamburg Barmbek zu verteidigen gilt, hoffentlich wieder mit der Unterstützung der Rot-Blauen Schlachtenbummler.